Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Leutershausen

Jüdische Gemeinde beim Abschied von Lehrer Meier Heller, 1936

Buch über Juden in Hirschberg

Das Buch „Die Juden aus Leutershausen und Großsachsen in der nationalsozialistischen Verfolgung“ von Prof. Erhard Schnurr ist beim Arbeitskreis erhältlich.

Geschichte der Jüdischen Gemeinde
in Leutershausen

1553Im kurpfälzischen Schirmgeldregister sind „Jakob Jud zu Luttershausen“ (Leutershausen) und „Abraham und Jakob Jud zu Großsachsenheim“ (Großsachsen) zu finden, erster Nachweis jüdischen Lebens in unserer Gemeinde.
1582Pfalzgraf Friedrich III. verfügt die Ausweisung sämtlicher Juden aus seinem Territorium.
1694Unter der Ortsherrschaft des Grafen Hamilton kommt es erst wieder zur Ansiedlung von Juden in Leutershausen.
1700Zu Beginn der Herrschaft des Grafen Wiser gibt es drei jüdische Haushalte in Leutershausen: Aron, Mortge und Joseph.
1722Dem Juden Mayer Levi gehört das Anwesen in der heutigen Hauptstr.1. Es bleibt bis 1937 stets in jüdischem Besitz. Hier befindet sich der erste Betsaal, die „Judenschule“.
1819Seit dieser Zeit bis zur Einführung der Simultanschule 1876 besteht eine eigene israelitische Elementarschule. Sie befindet sich seit 1858 in der Mittelgasse.
1864Insgesamt wohnen 165 jüdische Männer, Frauen und Kinder in Leutershausen. Ihre Häuser befinden sich alle im Ortskern. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt vornehmlich als Händler, nach der Emanzipation von 1809 auch als Handwerker.
1900Die aufstrebende Industrie in der Region führt zu Abwanderungen, sodass die Zahl der jüdischen Einwohnerinnen und Einwohner Leutershausens auf 68 sinkt.
1933Zu Beginn der NS-Herrschaft 1933 zählt man nur noch 43 jüdische Personen.
1940Im Jahr der Deportation der badischen und pfälzischen Juden nach Gurs in Südfrankreich wohnen in Leutershausen keine Juden mehr. 21 Jüdinnen und Juden aus  Leutershausen und sechs aus Großsachsen wurden in den Vernichtungslagern des NS-Regimes ermordet.
 Damit endete eine fast 400 Jahre dauernde gemeinsame Geschichte von Christen und Juden in Leutershausen. Die Schicksale der in der Shoah ermordeten Juden sind im Buch von Erhard Schnurr beschrieben.
Gedenktafel an der Westseite der ehemaligen Synagoge
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