Chanukka, das Lichterfest

Chanukka beginnt dieses Jahr am Abend des 10. Dezember und wird gewöhnlich acht Tage lang gefeiert. Es ist ein fröhliches Fest, das sich auf ein historisch weit zurückliegendes Ereignis bezieht: Die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem im Jahr 164 vor der Zeitrechnung.

Damals gelang den jüdischen Makkabäern der Aufstand gegen die Gewaltherrschaft der makedonischen Seleukiden. Deren Anführer, Antiochos IV. aus Syrien, hatte den Juden unter Androhung der Todesstrafe befohlen, ihre Religion aufzugeben und den griechischen Polytheismus anzunehmen. Der Tempel wurde den Göttern des Olymp geweiht.

Drei Jahre kämpften die jüdischen Rebellen unter ihrem Anführer Judas mit dem Beinamen „Makkabäus“ („Hammer“) um den Sieg. Und er gelang ihnen. Der geplünderte Tempel konnte von den Spuren des Götzendienstes gereinigt werden. Am 25. Tag des hebräischen Monats Kislew weihte Judas Makkabäus den Tempel wieder ein, indem er die große Menora entzündete und ein acht Tage währendes Siegesfest feierte. (Nachzulesen ist die Geschichte in den beiden Makkabäer-Büchern der biblischen Apokryphen.)

Die Bezeichnung „Lichterfest“ geht auf die Legende von einem Wunder zurück: Nachdem die jüdischen Makkabäer den Tempel zurückerobert hatten und das Fest der Weihe feiern wollten, war nur noch Öl für einen Tag vorhanden. Dennoch entzündeten sie es in der Menora – und das Wunder geschah: Alle sieben Öllämpchen der Menora brannten volle acht Tage.

Um dieses Wunder zu bewahren und weiter zu erzählen, wurde der neunarmige Chanukka-Leuchter entworfen: Acht Arme stehen für die acht „Wundertage“, der neunte Arm steht etwas erhöht. Er dient zum Entzünden der übrigen acht Kerzen und wird Schamasch, d.h. „Diener“ genannt. An jedem Tag während des Lichterfestes wird eine Kerze mehr entzündet. Am ersten Tag eine, am zweiten Tag zwei und so weiter, bis am achten Tag alle Lichter brennen.

Chanukka wird mit Parties, Spielen und Geschenken gefeiert. In Öl gebackene Krapfen oder Kartoffelpuffer sollen an das Ölwunder erinnern.

Die Kinder lieben das „Dreidelspiel“: Zunächst muss jeder Mitspielende einen Beitrag für die Kasse zahlen: Nüsse oder Süßigkeiten. Dann dreht jeder reihum den kleinen Kreisel mit einem vierkantigen Korpus. Die vier Seiten sind jeweils mit einem hebräischen Buchstaben gekennzeichnet. Bleibt der Kreisel stehen, ist die nach oben zeigende Seite für die betreffende Person ausschlaggebend: Die jüdischen Buchstaben zeigen an: Man bekommt nichts aus der Kasse oder man bekommt alles, man bekommt die Hälfte oder man muss etwas in die Kasse zahlen. Die vier Anfangsbuchstaben auf den Kreiselseiten stehen für: Nes gadol haia scham, d.h.: Ein großes Wunder geschah.

Aufgrund der Pandemie wird auch das jüdischen Chanukka-Fest nur mit Einschränkungen gefeiert werden können.

Helga Klein

Bild der Menora oben: Pollitoloco122ich, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons