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Veranstaltungen

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Richard Wagners Parsifal oder die "wahre Religion"

Die 12. Hirschberger Kulturtage widmeten sich "Wagner im Spiegel der Zeit" mit einem vielfältigen Programm. Professor Dieter Borchmeyer sprach am 27. Mai 2014 über Wagners Sicht auf das Verhältnis von Kunst und Religion. Für Wagner sei die "wahre Religion" die mit der Ethik des Buddhismus verschmolzene christliche Religion.

Bücher aus dem Feuer

Das alljährliche Gedenken an die Bücherverbrennung der Nazis widmete sich im Mai 2014 einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg, der vor hundert Jahren ausbrach. Gelesen wurden Texte von Egon Erwin Kisch, Arnold Zweig und Adrienne Thomas, einer weiblichen Kriegsteilnehmerin. Jens Schlichting umrahmte die Lesungen mit Improvisationen am Klavier.

"In 80 Minuten um die Welt"

Das neue Programm der "36 Finger" hatte am 4. Mai 2014 Premiere. Das Klarinettenquartett lud zu einer musikalischen Kreuzfahrt ein. Julia Huk, Lena Wilhelm, Nassim Alizadeh und Ralph Schweizer zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig das Spiel der Klarinetten sein kann und wie bunt sich die Musik der Welt gestaltet.

Die Blicke der Täter: Der Genozid an den Sinti und Roma im Spiegel von Fotoquellen

Bis heute werden historische „Zigeuner“-Fotos verwendet, ohne dass ihre Entstehungsbedingungen und ihre Wirkungen auf den heutigen Betrachter hinreichend reflektiert würden. Dies gilt insbesondere für die Zeit des Nationalsozialismus. In seinem Vortrag am 30. März 2014 setzte sich Frank Reuter, langjähriger Historiker im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, mit diesem fotografischen Erbe kritisch auseinander.

Ich wandre durch Theresienstadt

Ilse Weber, der Kinderbuchautorin und Musikerin, widmete sich der 26. Januar 2014. Mit ihren Briefen, Gedichten und Liedern wurde an ihr berührendes Leben erinnert, das zusammen mit den von ihr betreuten Kindern in Auschwitz endete. Eva Katharina Well sang, Jens Schlichting begleitete sie auf dem Klavier.

"Im Wärmestrom deiner Augen"

Satire, Poesie und Dialekt präsentierte der Mannheimer Professor Hans-Peter Schwöbel am 10. November 2013. Mit seinem Programm zum Gedenken an die Pogromnacht rief er zu Zivilcourage und den Mut auf, im Alltag klare Positionen zu beziehen, würdigte dabei aber auch die Schönheit der kurpfälzer Mundart.

Altes Testament aus neuer Sicht

Für die ersten Christen hatte das Alte Testament ein großes Gewicht. Diese Sichtweise ist in der Folgezeit mit der Verbreitung des Christentums verloren gegangen. Heute mehren sich die Stimmen, die dazu auffordern, das Alte Testament nicht weniger ernst zu nehmen als das Neue. Diese Ansicht teilte am 27. September 2013 in seinem Vortrag auch Gerd Henschen.

Unterhaltung im NS-Rundfunk

In ihrem Vortrag am 22.März 2013 mit Tondokumenten und Bildern beleuchtete die Rundfunkhistorikerin Dr. Birgit Bernard die Entwicklung des Rundfunks nach 1933 und die Rolle der Unterhaltung für die Stabilisierung der NS-Herrschaft.

Unterhaltung dominierte das Programm und erreichte während des Zweiten Weltkrieges Spitzenwerte von bis zu 90%.

Dialog der Religionen aus jüdischer Sicht

Über den Dialog der Religionen und seine Bedeutung in der Gegenwart sprach Shaul Friberg, Rabbiner an der Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg, am 27. Januar 2013 anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus. 

Jüdisches Leben hier und heute

Über das jüdische Leben in Mannheim und Heidelberg informierten Dr. Esther Graf und Manja Altenburg am 11. November 2012. Ausgehend von den historischen Wurzeln präsentieren die beiden Wissenschaftlerinnen mit aktuellen Beispielen wie sich im gelebten jüdischen Alltag in unserer Region Tradition mit Moderne verbindet. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Gedenkens an die Pogromnacht statt.

Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt

Lieder aus Filmen der 20er bis 40er Jahre präsentierten am 14. Oktober 2012 die Sopranistin Sabine Gramenz und Malte Kühn, der sie am Flügel begleitete und die Veranstaltung moderierte. Mehrere Komponisten gerade der bekanntesten und beliebtesten Lieder mussten Deutschland wegen der drohenden Verfolgung der Nationalsozialisten verlassen. 

Shalom Alejchem

Ella Boulatova, Violine, und Patrick Simper, Gesang und Gitarre, präsentierten am 1.Juli 2012 hebräische und jiddische Musik aus fünf Jahrhunderten und erläuterten die volkskundlichen und religiösen Bezüge. Die Bandbreite der Stücke reichte von tiefer Melancholie zu sprudelnder Lebensfreude. Ella Boulatova spielte im Orchester des Bolschoj-Theaters, Patrick Simper tritt international als Opernsänger  auf. 

Swing Kids

Die "Swing Kids" waren eine Jugendbewegung im Nationalsozialismus, die den Swing nutzte, um sich durch andere Musik und Kleidung von der Hitlerjugend abzugrenzen. Am 25. März 2012 hielten Birgit Geimer (rechts) und Birgit Meurer aus Heppenheim einen Vortrag darüber mit Musik- und Filmbeispielen. Eine Zeitzeugin erzählte anschließend aus ihrer Jugendzeit in Hamburg. 

Herzkeime - 10-jähriges Jubiläum der Wiedereröffnung

Am 13. Nov. 2011 wurde das 10-jährige Jubiläum der Wiedereröffnung der Ehemaligen Synagoge nach ihrer Restaurierung gefeiert. Martina Roth und Johannes Conen traten mit ihrem Programm "Herzkeime" auf. Gedichte von Selma Meerbaum-Eisinger und Nelly Sachs wurden rezitiert und gesungen, auf der Gitarre begleitet und mit Filmszenen verbunden.

Glaskunst trifft Poesie - John Clark spielt Leonard Cohen

John Clark spielte am 25. Juni 2010 Lieder von Leonard Cohen. Er ist der Glaskünstler, der auch die beiden Rundfenster in der Ehemaligen Synagoge angefertigt hat. Die Entstehung dieser Fenster und andere Arbeiten erläuterte er mit Bildbeispielen. Christine Eckert übersetzte Liedtexte von Cohen, schilderte seine Biographie und sang zusammen mit Clark.

Melodram von Viktor Ullmann, Musik und Lyrik

Am 27. Januar 2010 wurde anlässlich des Holocaust-Gedenktages ein Melodram von Viktor Ullmann nach einem Text von Rainer Maria Rilke aufgeführt. Michaela Maucher aus Bayreuth, Gesang, und Jens Schlichting am Flügel trugen zusätzlich Werke verfemter Dichter vor.

Manuel Flach und Edwin Schwarze vom Kurpfalz-Gymnasium Schriesheim rezitierten Gedichte, die Jugendliche in Theresienstadt schrieben.

Anne Frank Tagebuch

Am 9. November 2009 führte die aus Wien stammende Schauspielerin Sigrid Messner das Ein-Personen-Stück zum Schicksal der Anne Frank auf. Das jüdische Mädchen lebte zwei Jahre in einem Versteck und starb mit 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Die Veranstaltung zum Gedenken an die Reichspogromnacht wurde auch von mehreren Schulklassen besucht.

Häns'che Weiss Trio

Am 1. Oktober 2009 spielte der Gitarrist Häns'che Weiss zusammen mit Vali Mayer am Kontrabass und Micky Bamberger am Klavier Zigeunerjazz.

Das Trio spielt traditionell ohne Notenblätter und begeisterte durch Virtuosität, Spielwitz und Spontanität.

"Wo ist Gott? Mystik im osteuropäischen Judentum"

Am 10. Juni 2009 hielt der Religionswissenschaftler Dr. Yuval Lapide einen Vortrag über den Chassidismus. Diese im 18. Jahrhundert entstandene Bewegung wollte den osteuropäischen Juden einen völlig neuen Zugang zu den alten heiligen Texten geben. Als ihr Begründer gilt Israel ben Elieser, genannt Baal Schem Tow.

"Bücher aus dem Feuer"

Am 11. Mai 2009 wurde an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten mit Lesungen gedacht. Zwischen den Texten spielte Jens Schlichting auf dem Klavier. Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden am 10. Mai 1933 Bücher jüdischer, marxistischer oder pazifistischer Schriftsteller verbrannt, die als „undeutsch“ galten. Diese Aktionen fanden in etlichen Städten statt, darunter auch Heidelberg und Mannheim.

"Hermann Maas, Widerstand und Versöhnung - ein Leben als Brückenbauer"

Am 29. April 2009 hielt Werner Keller, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit einen Vortrag über Hermann Maas. Er war wie Maas Pfarrer an der Heiliggeistkirche in Heidelberg und kannte ihn gut. Maas konnte bis 1939 vielen Juden helfen, aus Deutschland auszureisen. Trotz Berufsverbot predigte er bis 1943 gegen die Judenverfolgung der Nazis. Maas war der erste Deutsche, der nach dem Holocaust vom Staat Israel eingeladen worden ist, und er erhielt  die höchste israelische Auszeichnung als Gerechter unter den Völkern.  Das Foto unten stammt aus dem Jahr 1968 und zeigt Pfarrer Keller (rechts) mit Prälat Maas während einer Tagung in Königsfeld zum Thema "30 Jahre Reichskristallnacht".

 

"Gleiche Rechte für alle?"

Der jüdische Historiker Dr. Uri Kaufmann (rechts) führte am 29. März 2009 durch die Ausstellung in Karlsruhe.

Sie greift das 200-jährige Jubiläum der „Israelitischen Religions- gemeinschaft Baden“ auf und schildert in vielen Facetten und mit zahlreichen Exponaten die Geschichte der Juden in diesem Raum vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Grafeneck 1940 - Geschichte und Erinnerung

Am 30. Januar 2009 hielt Thomas Stöckle, Leiter der Gedenkstätte Grafeneck, einen Vortrag: Auf dem Gelände des Schlosses Grafeneck wurden 1940 über 10.600 geistig behinderte oder psychisch kranke Menschen in einer Gaskammer ermordet, weil sie als "lebensunwert" galten. Der nationalsozialistische Massenmord begann dort als "Euthanasie" und wurde - zum Teil von den gleichen Tätern - in den Vernichtungslagern im Osten fortgesetzt.

9. November - 70 Jahre nach der Reichspogromnacht

Am 9. November 2008 wurde zusammen mit der Gemeinde Hirschberg der Reichspogromnacht vor 70 Jahren gedacht, in der viele Synagogen und jüdische Friedhöfe verwüstet und Hunderte Juden ermordet wurden.

Das Ende des jüdischen Lebens in drei Gemeinden wurde in Steiflichtern beleuchtet: Monika Stärker-Weineck für Schriesheim, Ingrid Wagner für Ladenburg und Prof. Erhard Schnurr für Leutershausen.

Der jüdische Historiker Dr. Uri Kaufmann (Foto) hielt einen Vortrag über "Jüdische Identitäten nach 1945".

Schülerinnen des Kurpfalz-Gymnasiums Schriesheim spielten unter der Leitung von Annette Althammer die Triosonate E-Dur von Georg Philipp Telemann.

 

Kinder auf den Spuren des jüdischen Lebens

Kinder der Hirschberg AG waren am 2. Oktober 2008 zu Gast in der Ehemaligen Synagoge. Helga Klein brachte ihnen die Geschichte der Synagoge auf lebendige Weise näher, und erklärte ihnen Symbole und Kultgegenstände des jüdischen Lebens.

Mit der Hirschberg AG der Martin-Stöhr-Schule zeigen Anja Stepic und Tanja Koch Kindern sehenswerte Orte in Hirschberg.

Kurt Tucholsky - Lieder und Satiren

Burkhard Engel vom Cantaton Theater in Erbach präsentierte am 12. September 2008 Lieder und Satiren von Kurt Tucholsky, dem genialen Schriftsteller und Journalisten. Vieles von dem, was Tucholsky schrieb, klingt heute immer noch verblüffend aktuell.

Burkhard Engel überzeugte mit einer ausgezeichneten Darbietung der Texte und Lieder.

Lesedi Show Choir

Am 3. Mai 2008 begeisterte der Lesedi Show Choir mit einem Auftritt, der wegen der großen Zahl von Besuchern in der katholischen Kirche Leutershausen stattfand. Der Chor kommt aus Heidelberg in Südafrika und präsentierte traditionelle und selbstkomponierte Gospels. Am Ende des Konzerts blieb keiner der Zuhörer mehr auf seiner Bank sitzen. 

Organisiert wurde der Auftritt zusammen mit den beiden Kirchengemeinden in Leutershausen.

Janusz Korczak - ein Leben für die Kinder

Am 27. Jan. 2008, dem "Holocaust-Gedenktag", fand eine dramatische Lesung über Janusz Korczak statt, den polnischen Arzt und Kinderbuchautor, der seinen Heimkindern freiwillig ins Vernichtungslager Treblinka folgte. Christoph Köhler, Gerhard Mohr und Gisela Straehle sprachen die Texte, Frank Schroeder spielte Akkordeon, die Leitung hatte Jutta Berendes

Die Mädchen von Zimmer 28

Vom 11. bis 17. Februar 2006 hat Hirschberg erlebt, dass es möglich ist und dass es sich in vielerlei Hinsicht lohnt, Begegnungen zum Thema Holocaust zu wagen. Die evangelische und die katholische Kirchengemeinde Leutershausen hatten zusammen mit dem Arbeitskreis Ehemalige Synagoge und mitgetragen von der politischen Gemeinde Hirschberg die Buchautorin Hannelore Brenner-Wonschick und drei Frauen eingeladen, die als vierzehnjährige Kinder nur durch Zufall 1945 dem Tod in den Konzentrationslagern entkommen waren. Helga Kinsky geb. Pollak kam aus Wien, Anna Hanusova geb. Flachova aus Brünn und Evelina Merova geb. Landova aus Prag, drei jüdische Frauen, jetzt sind sie 75 Jahre alt. Sie gehörten zu den fünfzehntausend Kindern, die 1943 bis 1944 über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert worden waren und von denen vielleicht einhundert überlebt haben. Ein Buch und eine Wanderausstellung erzählen vom Leben einiger dieser Kinder im Konzentrationslager Theresienstadt: „Die Mädchen von Zimmer 28“ ,von Hannelore Brenner-Wonschick.  Nahezu tausend Menschen, sehr viele waren Jugendliche, haben „Die Mädchen" von Zimmer 28 bei der Autorenlesung mit Zeitzeugengespräch in der Synagoge oder während der auf beide Kirchen verteilten einwöchigen Ausstellung persönlich erlebt. 

Die Kinderoper "Brundibar" war vermittels der Musik- und Tanzpädagogin Anna Töller vom Mozarteum Salzburg und ihrem großartigen Ensemble aus Bad Aibling tief beeindruckend erlebbar.